Balkonkraftwerk im Winter: So viel Strom ist realistisch

Balkonkraftwerk im Winter: So viel Strom ist realistisch

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Co-Founder

Julian Böer

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Gründer von Solakon

Ein Balkonkraftwerk lohnt sich auch im Winter. Die Stecker-Solaranlage erzeugt weiter Strom – weniger als im Sommer, aber genug, um einen Teil Ihrer Grundlast wie Kühlschrank und Router zu decken und Ihre Stromkosten zu senken. Die dunkle Jahreszeit ist in der Ertragsrechnung über das Jahr ohnehin schon berücksichtigt. Wie viel Strom Ihr Balkonkraftwerk im Winter realistisch liefert und wie Sie das Meiste herausholen, erklären wir im Folgenden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ertrag: An einem durchschnittlichen Wintertag erzeugt ein 2000 Watt Balkonkraftwerk rund 1,5 kWh.

  • Kälte schadet nicht: Solarmodule arbeiten bei niedrigen Temperaturen sogar etwas effizienter. Entscheidend ist das Sonnenlicht, nicht die Temperatur.

  • Schnee: Schnee in der Umgebung reflektiert viel Sonnenlicht. Bifaziale Solarmodule nutzen das zusätzlich über ihre Rückseite.

  • Speicher: Die Energie vom Mittag steht Ihnen abends zur Verfügung, statt ungenutzt ins Netz zu fließen.

  • Stromausfall: Der Solakon ONE versorgt über seine Notstromsteckdose wichtige Geräte mit bis zu 1200 VA.

Wie viel Strom liefert ein Balkonkraftwerk im Winter?

An einem durchschnittlichen Wintertag liefert ein 2000 Watt Balkonkraftwerk rund 1,5 kWh. Grund sind kurze Tage, wenige Sonnenstunden und ein flacher Sonnenstand. Die Erträge im Winter sind damit rund fünfmal geringer als im Sommer – dafür arbeiten die Solarmodule bei Kälte aber effizienter. Die 800 Watt Grenze des Wechselrichters spielt dabei kaum eine Rolle, weil die Solarmodule im Winter selten so viel Leistung bringen. Ab Februar steigt der Ertrag wieder deutlich an. So viel Ertrag liefern unsere Modelle im Winter:

Set

Leistung

Ertrag pro Tag im Winter

Ertrag pro Monat im Winter

Ersparnis pro Jahr ohne Speicher

onLite

900 Watt

ca. 0,5 kWh

ca. 15–30 kWh

bis zu 217 €*⁷

onBasic

1000 Watt

ca. 0,7 kWh

ca. 20–40 kWh

bis zu 241 €*⁸

onPower

2000 Watt

ca. 1,5 kWh

ca. 40–60 kWh

bis zu 389 €*⁹

Gerundete Beispielwerte. Ihr tatsächlicher Ertrag hängt von Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab.

Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Kühlschrank braucht rund 0,3 bis 0,5 kWh am Tag, ein WLAN-Router etwa 0,2 kWh. Auch in den Wintermonaten deckt ein 2000 Watt Balkonkraftwerk also die Grundlast vieler Haushalte zu einem guten Teil. In den Sommermonaten ist es zwar mehr, aber auch im Winter deckt ein Balkonkraftwerk bis zu 20 % des Haushaltsstroms – und zwar genau den Strom, den Sie sonst teuer aus dem Netz beziehen würden. Wie sich der Ertrag über das ganze Jahr verteilt, lesen Sie in unserem Artikel Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk?

Wie viel Strom und Ersparnis Ihnen ein Balkonkraftwerk übers Jahr bringt, berechnet unser kostenloser Ertragsrechner in weniger als einer Minute – passend zu Ihrem Haushalt, Ihrer Postleitzahl sowie Ausrichtung und Neigungswinkel Ihrer Module:


Kälte, Schnee und Nebel: Was den Winterertrag beeinflusst

Balkonkraftwerke verlieren im Winter nicht wegen der Kälte an Ertrag, sondern wegen der geringeren Sonneneinstrahlung. Diese Herausforderungen bringt die kalte Jahreszeit mit sich, aber auch einen Vorteil:

  • Tiefer Sonnenstand: Im Dezember steht die Wintersonne mittags in Deutschland nur etwa 13 bis 19 Grad über dem Horizont. Das Sonnenlicht trifft flach auf und hat einen längeren Weg durch die Atmosphäre. Die Sonnenintensität ist dadurch deutlich geringer.

  • Kurze Tage: Statt 16 Stunden Tageslicht im Juni sind es im Dezember nur rund 8 Stunden. Entsprechend weniger Sonnenstunden stehen zur Verfügung.

  • Nebel und Wolken: Auch bei trübem Wetter und bedecktem Himmel erzeugen die Solarpanels weiter Strom aus diffusem Licht. Bei solchen Wetterbedingungen ist der Ertrag allerdings deutlich geringer als bei Sonne.

  • Vorteil Kälte: Solarmodule arbeiten bei niedrigen Temperaturen effizienter. Pro Grad unter 25 °C steigt ihre Leistung um rund 0,3 %. Bei 0 °C Modultemperatur sind das etwa 7 % mehr – bei gleicher Sonneneinstrahlung.

Bifaziale Module: Schnee kann sogar helfen

Bifaziale Solarmodule nutzen auch Sonnenlicht, das von unten auf ihre Rückseite fällt. Liegt Schnee auf dem Boden, Vordach oder Garten, reflektiert er deutlich mehr davon als Rasen oder Beton. Dieser sogenannte Albedo-Effekt steigert den Ertrag zusätzlich. Alle Balkonkraftwerk-Sets von Solakon sind mit bifazialen Glas-Glas-Modulen ausgestattet.

Unter optimalen Bedingungen sind mit bifazialen Modulen bis zu 30 %*² mehr Ertrag möglich – wie viel es tatsächlich ist, hängt von Montage, Abstand zum Untergrund und Schneelage ab.

5 Tipps für mehr Ertrag im Winter

  1. Ausrichtung und Neigung anpassen: Die optimale Ausrichtung für maximale Erträge ist nach Süden – aber auch Module nach Osten oder Westen liefern im Winter Strom. Außerdem trifft die tief stehende Sonne steilere Solarmodule besser. Ideal ist jetzt eine Neigung von 60 bis 70 Grad statt der 30 bis 35 Grad im Sommer. Schnee rutscht so auch leichter ab. Das geht bei Halterungen, deren Neigungswinkel sich jederzeit verstellen lässt. Senkrecht am Geländer montierte Module sind für den Winterbetrieb bereits gut ausgerichtet. Mehr dazu lesen Sie in unserem Blogbeitrag Neigungswinkel Balkonkraftwerk.

  2. Schnee nur vorsichtig entfernen: Nur wenn die Module komplett mit Schnee oder Eis bedeckt sind, ruht die Erzeugung weitgehend. Meist taut oder rutscht Schnee aber nach wenigen Sonnenstunden von selbst ab. Wenn Sie die Solarmodule gut erreichen, können Sie ihn mit einem weichen Besen abstreifen. Eis lassen Sie besser antauen: kein Eiskratzer, kein heißes Wasser – und nie auf Leitern oder Dächer steigen.

  3. Laub und Schmutz entfernen: Grundsätzlich reinigen sich die Module durch Regen von selbst, der Aufwand für eine Reinigung ist also gering. Nasses Herbstlaub kann aber liegen bleiben und wirkt dann wie eine Verschattung. Ein kurzer Blick nach Stürmen lohnt sich.

  4. Verschattung prüfen: Bei tiefem Sonnenstand werfen Bäume, Nachbarhäuser und Balkonbrüstungen längere Schatten als im Sommer. Prüfen Sie, ob es am Haus die Möglichkeit für einen Standort gibt, der in der kalten Jahreszeit mehr Sonne bekommt.

  5. Befestigung und Kabel kontrollieren: Herbst- und Winterstürme belasten die Halterung Ihrer Stecker-Solaranlage. Prüfen Sie im Rahmen der Wartung vor dem Winter, ob alle Schrauben fest sitzen und die Kabel nicht scheuern.

In der Solakon App sehen Sie Ihren Ertrag Tag für Tag. So erkennen Sie schnell, ob eine Maßnahme wirkt und wie sich die Leistung Ihres Balkonkraftwerks entwickelt.

Lohnt sich ein Speicher im Winter?

Ja, denn im Winter brauchen Sie den meisten Strom morgens und abends – also genau dann, wenn die Solarmodule nichts liefern. An sonnigen Wintertagen erzeugt ein 2000 Watt Balkonkraftwerk mittags oft mehr, als Ihr Haushalt gerade verbraucht. Ohne Energiespeicher fließt dieser Überschuss unvergütet ins Netz. Mit dem Solakon ONE steht Ihnen die Energie am Abend für Beleuchtung, Fernseher oder Router zur Verfügung.

Ohne Speicher liegt die Nutzung Ihres Solarstroms übers Jahr bei rund 60 %, mit Speicher bei nahezu 100 %. Bei steigendem Strompreis senkt das Ihre Energiekosten deutlich. Welche Größe zu Ihrem Haushalt passt, lesen Sie in unserem Artikel zur optimalen Speichergröße für Ihr Balkonkraftwerk.

Set

Empfohlene Kapazität

Ersparnis pro Jahr mit empfohlener Kapazität

onLite

1× Solakon ONE (2,11 kWh)

bis zu 361 €*⁷

onBasic

2× Solakon ONE (4,22 kWh)

bis zu 401 €*⁸

onPower

3× Solakon ONE (6,33 kWh)

bis zu 803 €*⁹

onPower Plus

4× Solakon ONE (8,44 kWh)

bis zu 1.108 €*¹²

Hinweis: Das onPower Plus ist eine Solaranlage und kein Balkonkraftwerk. Es muss von einer Elektrofachkraft angeschlossen and beim Netzbetreiber gemeldet werden.

Der Solakon ONE im Winter

  • Aufwärmfunktion: Der Solakon ONE hat eine integrierte Heizfunktion und arbeitet bei Umgebungstemperaturen von −20 bis +55 °C. So bleibt er auch bei Frost im Winterbetrieb einsatzbereit.

  • Schutzklasse IP65: Das Gehäuse ist staub- und strahlwassergeschützt. Der Balkonspeicher eignet sich für Innenräume und den geschützten Außenbereich, etwa unter einem Vordach oder auf einem überdachten Balkon.

  • Nulleinspeisung: Zusammen mit einem Smart Meter wie dem PowerTracker IR gibt der Solakon ONE nur so viel Strom ab, wie Ihr Haushalt gerade braucht. Wie das funktioniert, erklären wir im Artikel zum Balkonkraftwerk ohne Einspeisung.

  • Erweiterung: Der Solakon ONE startet mit 2,11 kWh und lässt sich mit bis zu fünf Erweiterungsspeichern auf 12,66 kWh ausbauen. Die Erweiterungsspeicher werden einfach aufgesetzt. Alle bei Solakon gekauften Sets lassen sich damit kombinieren – der Herbst ist dazu ein guter Zeitpunkt. Wie es geht, lesen Sie in unserem Blogbeitrag Speicher für Balkonkraftwerk nachrüsten.

Sie möchten den Solakon ONE genauer kennenlernen? In unserem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, welche Speicherkapazität zu Ihrem Haushalt passt, wie die Installation funktioniert und was der Speicher bei einem Stromausfall leistet:


Stromausfall im Winter: Notstrom mit dem Solakon ONE

Fällt das Stromnetz aus, versorgt der Solakon ONE über seine Notstromsteckdose (EPS-Steckdose) angeschlossene Geräte mit bis zu 1200 VA weiter. Gerade in der dunklen Jahreszeit bleiben so Beleuchtung, Kühlschrank und Internet in Betrieb.

  • Vorher aktivieren: Die Notstromsteckdose schalten Sie mit einem langen Tastendruck am Gerät ein. Ist sie aktiv, übernimmt sie bei einem Stromausfall automatisch.

  • Typische Geräte: Kühlschrank (ca. 100 W), WLAN-Router (ca. 10 W), LED-Lampe (ca. 15 W) und Ladegeräte für Handy oder Laptop laufen problemlos gleichzeitig.

  • Nicht geeignet: Heizlüfter, Elektroheizungen oder mehrere große Verbraucher gleichzeitig überschreiten die 1200 VA.

  • Dauer: Wie lange der Strom reicht, hängt vom Ladestand, der installierten Speicherkapazität und dem Verbrauch ab. Mit Erweiterungsspeichern überbrücken Sie längere Ausfälle.

  • Sicher: Während des Notstrombetriebs speist der Solakon ONE keinen Strom ins Hausnetz zurück. Ist das Netz wieder da, kehrt er automatisch in den Normalbetrieb zurück.

Schließen Sie an die Notstromsteckdose nur Geräte an, die für normale Haushaltssteckdosen vorgesehen sind.

Häufige Fragen zum Balkonkraftwerk im Winter

Muss ich mein Balkonkraftwerk im Winter abbauen? Nein. Balkonkraftwerke sind für den ganzjährigen Einsatz im Freien gemacht – Solarmodule, Wechselrichter und Halterungen eingeschlossen. Prüfen Sie vor dem Winter nur, ob Schrauben und Kabel fest sitzen.

Erzeugt ein Balkonkraftwerk bei Schnee Strom? Ja. Solange die Vorderseite frei ist, erzeugen die Solarpaneele auch bei Schnee Strom. Bifaziale Module nutzen sogar das vom Schnee reflektierte Sonnenlicht über ihre Rückseite. Nur wenn die Module nach starkem Schneefall vollständig bedeckt sind, ruht die Erzeugung weitgehend, bis sie wieder frei sind.

Schadet Frost den Solarmodulen? Nein. Solaranlagen sind für Frost ausgelegt, Kälte verbessert sogar die Effizienz der Module. Entscheidend für den Ertrag ist allein die Sonneneinstrahlung.

Brauchen Balkonkraftwerke im Winter eine besondere Wartung? Nein. Eine Mini-PV-Anlage läuft auch im Winter ohne besondere Wartung. Sinnvoll ist nur ein kurzer Blick auf Befestigung, Kabel und Verschmutzung, etwa nach Stürmen.

Kann der Solakon ONE im Winter draußen stehen? Ja, im geschützten Außenbereich. Er ist nach IP65 geschützt, hat eine integrierte Aufwärmfunktion und arbeitet bei Umgebungstemperaturen ab −20 °C.

Springt die Notstromsteckdose automatisch an? Ja, wenn Sie sie vorher mit einem langen Tastendruck am Gerät aktiviert haben. Dann übernimmt sie bei einem Stromausfall automatisch.

Lohnt es sich, ein Balkonkraftwerk im Herbst zu kaufen? Ja. Ihre Anlage ist dann bis zum Frühjahr eingerichtet, und Sie nutzen die Monate mit dem höchsten Ertrag von Anfang an. Schon ab Februar steigt der Ertrag deutlich an.